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Wie dem Kind die Urne erklären????

25. Januar 2014 um 21:11

Hallo!

Meine Mutter ist ja am Dienstag verstorben und ihr Wunsch war es, eingeäschert zu werden. So, nun hat meine große Tochter die Vorstellung von Oma im Sarg (sie hat sie gestern auch dort drin liegend gesehen). Aber bei der Trauerfeier steht nur noch die Urne da... Ich möchte aber eigentlich nicht sagen, dass die Oma verbrannt wurde und überlege, dass ich sage, dass der Sarg schon beerdigt wurde, und dass die Urne jetzt nur für die Feier eine Art Andenken wäre...???
Meine Tochter ist 6 Jahre alt. Meine 3-jährige Tochter versteht die Situation eh noch nicht wirklich.
Ward ihr auch mal in so einer Situation und was habt ihr euren Kindern erklärt?

Vielen Dank und viele Grüße,
Sabbelchen

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25. Januar 2014 um 21:46

Bei Der Beerdigung
vom Papa meines Sohnes war der kleine 2 Jahre und 1 Monat alt. Er sah die Urne und das Bild von seinem Vater stehen. Er fragte dann auch "Papa?" und zeigte auf die Urne. Ich habe einfach ja gesagt und nicht darüber nachgedacht. Vor kurzem fragte mein Sohn mich dann warum ich so einen kleinen Freund hatte, der Papa hat ja in die kleine Vase gepasst (hätte nicht gedacht das er sich daran erinnert ). Habe ihm dann gesagt, dass viele Menschen sterben und es nur wenig Platz auf den Friedhöfen gibt. Außerdem ist sein Papa ja unter einem Baum begraben worden und damit der Baum weiter wachsen kann hat man den Papa kleiner gemacht, sonst könne der Baum sich ja nicht ausbreiten. Junior fragte mich dann ob sein Papa in den Baum übergeht. Ich bejahte dies, da ich finde, dass es eine schöne Erinnerung ist zu wissen, dass der Papa nicht nur auf einer Wolke sitzt und auf ihn aufpasst, sondern auch lange in diesem Baum verweilen wird.

Im Mai wird er 5.

LG

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25. Januar 2014 um 22:17


Mein herzliches Beileid Sabbelchen. Das
ist ein sehr schwieriges Thema. Ich finde
die Erklärung von Tinkahl schön. So würde ich es auch versuchen zu erklären. Es gibt nicht so viel Platz für alle Menschen auf dem Friedhof und deshalb werden sie ganz klein gemacht. Wenn sie fragt wie das passiert würde ich sagen, dass die Verstorbenen in einen ganz warmen/heißen Raum kommen bis sie in die Urne passen.

Liebe Grüße und viel Kraft!!

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25. Januar 2014 um 23:13

Ich bin in der regel auch für ehrlichkeit....
... ich denke aber auch, dass hier sehr behutsam und mit bedacht erklärt werden sollte. Verbrannt ist für Kinder meist ein negativ Besetztes Wort und oft mit Schmerz verbunden. Für ein Kind in diesem Alter würde ich andere Worte wählen. Wobei ich es auch vom Kind abhängig machen würde und ob es emotional oder sachlich fragt.

Worte wie Krematorium, Urne oder Asche sind dehnbar, meist unbekannt und daher neutral besetzt für Kinder. Der Tod ist schon für Erwachsene schwierig zu Begreifen und für Kinder erst recht. Ich kann mir Vorstellen das der Vorgang des Einäscherns nüchtern erklärt Angst macht. Das macht er schon erwachsenen Personen.

Sehr schwierig...

Ich hoffe ihr findet einen guten Weg für euch, Sabbelchen.

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25. Januar 2014 um 23:40

Da hast du recht,
dass verbrennen für einen Toten kein Schmerz bedeutet.

Aber wie greifbar ist das für die kindliche Psyche, das ein toter Mensch kein Bewusstsein oder Empfinden mehr hat?

Ich gehe da einfach auch von mir selbst aus, aber du hast schon Recht. Wir Erwachsene machen vieles komplizierter oder denken viel weiter als es Kinder tun und wir beantworten auch mehr, als das es relevant ist...

Ich denke auch das die eigene Gefühlswelt eine Rolle spielt. Ist man selbst emotional stark Ergriffen spüren es auch die Kinder und schnell sind eigene Gefühle übertragen.






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3. Februar 2014 um 23:07

Urne erklären!!!
Hallo,
erstmal mein Beileid. Meine Mutter ist auch ende Dezember verstorben und meine Kinder (12 Jahre, 2x7 Jahre) waren auch bei der Urnenbestattung dabei. Die Große weiß, das Oma verbrannt wurde und hat auch verstanden warum. Den beiden kkleinen haben mein Mann und ich erzählt, das Oma ja nun im Himmel ist und damit wir uns hier auf der Erde von ihr verabschieden können, sind in der Urne Dinge, die sie im Himmel nicht braucht (z.B Schmuck, Geld oder ähnliches) Denn im Himmel hat sie ja alles. Das haben sie akzeptiert und kommen auch ganz gut damit klar.

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4. Februar 2014 um 17:36

Alsooooo
Heute war die Trauerfeier mit Urne und ich habe meiner großen Tochter erzählt, dass die Sehle von der Oma in den Himmel zieht und der Körper als leblose Hülle verbrannt wurde und in der Urne ist. War kein Thema für sie. Nur konnte sie halt mit dem Begriff "Seele" nicht viel anfangen. Aber so war es kein Problem und ich bin froh, dass ich nicht drum rum geredet habe. Meine kleine Tochter hat gar nichts gefragt.

LG
Sabbelchen75

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4. Februar 2014 um 23:08

Wir...
hatten in den letzten 1,5 Jahren leider auch 3 Trauerfälle in der Familie. Erst mein Vater, dann mein Schwiegervater und nun kurz vor Weihnachten mein Opa.
Wir hatten den Kurzen (jetzt 8) aber bei keiner Beerdigung dabei da seine Mutter das absolut nicht wollte (ist der Sohn von meinem Freund für den aber auch mein Papa ganz klar OPA war) aber dennoch haben wir ihm erklärt dass Opa nun in einer Dose ist weil er verbrannt wurde. Er war auch sehr interessiert und hat dann selbst geschlussfolgert dass das ja auch sein muss wegen dem Platz auf dem Friedhof und vor allem damit Opa wenigstens im Himmel endlich seine Ruhe vor der blöden Krankheit hat (Mein Papa und auch mein Schwiegerpapa sind beide an Krebs verstorben). Die Erklärung fanden wir irgendwie schön und haben es dann auch so stehen gelassen.
Kinder sehen das ganze scheinbar ja häufig wesentlich undramatischer als wir. Als ein dreiviertel Jahr nach dem ersten Opa dann auch noch der zweite an Krebs verstarb haben wir ernsthaft Angst gehabt ihm davon zu erzählen da ihn der Tot von meinem Papa schon arg beschäftigt und zugesetzt hatte.Und er vor allem immer noch sauer war dass er bei der "Abschiedsfeier" nicht dabei sein durfte... Aber da hat er dann nur ganz kurz ein Tränchen verdrückt und meinte dass er das ja eigentlich gar nicht so schlimm findet weil es ja schön für Opa wäre weil er nun nicht mehr ganz alleine da oben im Himmel Eis essen gehen muss sondern Gesellschaft vom anderen Opa hat. Das klang im ersten Moment hart, war aber doch irgendwie süß und schön geschlussfolgert von ihm.

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5. Februar 2014 um 6:36

Wir haben...
... es beiden NICHT erzählt.
Mein Papa ist am 13.01. plötzlich verstorben.
Gott sei Dank waren beide Kinder kurz vorher noch im Krankenhaus und haben ihn gesehen.

Zur Messe hab ich sie bei meiner besten Freundin geparkt und bei der Urnenbeisetzung waren sie in der Schule und im Kindergarten.
Warum die Pferde scheu machen. Ich muss meinen Kindern nicht alles genau erklären.
Ist schon so alles schwer genug.

Die beiden sind 7 und 4 Jahre alt und sie behalten Opa nicht als Kiste bzw. Urne im Kopf, sondern als den Menschen im Krankenhaus.

Grüße
Tanja

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