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Wie geht ihr mit dem Tod um?

16. Februar 2012 um 13:06

Hallo ihr Lieben!

Sorry, falls ich etwas wirr schreiben sollte, aber ich bin im Moment ziemlich am Ende. Könnte auch etwas länger werden der Text, aber ich bemühe mich es wenigstens in Abschnitte zu unterteilen damit es einfacher zu lesen ist.

Gestern habe ich erfahren das meine Großtante gestorben ist. Ich muss dazu sagen, das wir ein sehr gutes Verhältnis zueinander hatten und es jetzt doch ziemlich plötzlich kam, auch wenn die Liebe "schon" 84 Jahre alt war. Hinzu kommt, das meine Oma (88) auch zum 3ten Mal in 1 1/2 Wochen wegen epileptischen Anfällen nach einem kleinen Schlaganfall im KH liegt. Die beiden waren seit 70 Jahren beste Freundinnen und nun ist sie tot und meine Oma konnte sich nichtmal verabschieden.

Hinzu kommt, das ihr Tod meiner Oma vor Augen geführt hat, das es bei ihr genauso schnell passieren kann. Sie war immer so ein lebensfroher Mensch, wirklich eine starke Frau, sie fuhr bis vor 2 Jahren noch mit dem Fahrrad einkaufen und war schon immer sehr selbstständig. Mal abgesehen davon das dies alles jetzt aufgrund ihrer Erkrankung nicht mehr geht, macht es ihr scheinbar auch alles Angst. Sie sagte mir gestern z.B. das sie sich wünscht die Amelie jede Woche zu sehen, weil sie Angst hat das Amelie sich nicht mehr an sie erinnern kann. Sie wünscht sich nichts mehr als das sie bei ihr in Erinnerung bleibt und ja, ich wünsche mir auch im Moment nichts mehr als das! Ich weiß...sie ist 88, sie lebt und ist für ihr Alter auch noch relativ fit, also kann noch laufen, ist nicht dement, trägt nichtmal ne Brille, aber der Gedanke daran das sie irgendwann nicht mehr da ist bringt mich fast um. Meine Oma weinen zu sehen tut mir so weh. Sie versucht es noch halbwegs zu vertuschen, aber man kann es in ihren Augen ablesen, das sie Angst hat nicht mehr lange bei uns zu sein. Als ich ihr gestern sagte das ich sie sehr lieb habe brach sie in Tränen aus und fiel mir um den Hals Auch der Tod meiner Großtante nimmt mich ganz schön mit, vor 2 1/2 Monaten saßen wir noch gemeinsam am Tisch und feierten feucht-fröhlich den 60sten Geburtstag meines Vaters. Da war sie noch topfit.

Ich weiß...hier gibt es einige, die bereits ein Elternteil verloren haben und ich jammere hier über Menschen ihm hohen Alter, wo es nichts ungewöhnliches ist das soetwas passieren kann. Aber wie oft höre ich den dummen Spruch "In dem Alter darf man sterben!" Das finde ich sehr unangebracht, denn meine geliebte Oma darf NIE NIE NIE sterben. Auch wenn sie 100 wird würde ich wohl ihren Tod nur schwer verkraften, weil sie sehr viel für mich getan hat. (es ging u.a. um körperliche und psychische Gewalt von meiner Mutter und ein Fast-Rauswurf samt Kind&Kegel, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen)

Ich muss auch dazu sagen, das ich bisher sehr von Todesfällen von Menschen die mir sehr am Herzen liegen verschont worden bin. Mein Opa ist gestorben als ich 8 war und ich habe zwar sehr schöne Erinnerungen an die Zeit als er noch lebte aber kaum welche an den Moment als er verstorben ist. Ich kann mit diesem Thema echt sauschwer umgehen, schwelge den ganzen Tag in Gedanken, habe regelrecht Panik das auch allen anderen Menschen die ich liebe etwas passieren könnte. Es geht heute schon so weit, das ich Angst habe mit meinen Kolleginnen nach der Arbeit ein bisschen Weiberfastnacht zu feiern, weil ja vielleicht genau in der Zeit irgendwas passieren könnte. Ach, ich bin einfach gerade fertig. Wie lernt man denn mit sowas besser umzugehen? Gibt es da irgendein Geheimrezept? Verdrängen? Alles rausheulen (ist ja eher meine Variante)? Mich intensiver mit dem Thema Tod auseinander zu setzen?

Sorry für das wirre Zeug, aber es tat mal wieder gut mir das von der Seele zu schreiben!

Liebe Grüße!

Die traurige Cho


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16. Februar 2012 um 13:15

Das tut mir leid, dass du grad so was durchmachen musst
in unserem Umfeld ist der Tod ja leider allgegenwaertig, ich hab schon einige Freunde betrauern müssen, es kommt immer auf die umstände drauf an, ich versuche, alles nicht so nahe an mich ranzulassen,

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16. Februar 2012 um 13:17

Ich verstehe dich sehr gut
Egal wie alt ein Mensch ist, es ist immer schlimm, wenn einer stirbt.Die Akzeptanz ist allgemein höher als bei jungen Menschen, dass ist klar aber für die Hinterbliebenen ist es grausam, egal, wie alt derjeniege war.

Ich habe ähnliche Ängste. Wir haben eine sehr kleine Familie. Meine Mama keine Geschwister, ich nicht und da hat man Angst, allein zu sein, irgendwann.

Ich habe schon 3 sehr liebe Menschen zu Grabe tragen müssen und ich muß sagen, es war die Hölle . Soviel Schmerz und Trauer.
Seitdem habe ich noch mehr Angst, weil ich eben weiß, wie es ist.

Obwohl ich ein gläubiger Mensch bin, kann ich schwer damit umgehen. Klar, die Trauer ist ja ebenso schlimm.

Sieh es einfach als Chance, beswußter zu leben, jeden Tag zu nutzen, solange deine Lieben noch da sind.
Manchmal braucht man einen Gedankenanstoß um sich auf das Wesentliche zu besinnen.

lg


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16. Februar 2012 um 13:25

Niemals
Man kann damit nie umgehen...ich habe letztes Jahr am 18.4 um 8.48 Uhr meine geliebte Omi verloren mit 83 Jahren und ich kann es bis heute nicht verstehen geschweige denn glücklich sein!
Es war sehr sehr schwer der Gang ins KH und sie dort Tod zu sehen denn ich kam zu spät!!
Was ich dir sagen kann man kann es sich nicht vorstellen dann kommt es ganz plötzlich und ist einfach nur komplett unwirklich!!
Es wird nie richtig real!!das weinen hört nicht auf und man darf trauern!!das ist wichtig!!
Ich hoffe für dich das du deine Omi noch lange hast!!
Lg

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16. Februar 2012 um 13:31

Hallo cho
es tut mir sehr leid mit deiner großtante fühl dich gedrückt...

Als ich deinen Text gelesen habe kamen mir ein paar Tränen , weil ich genau das selbe empfinde wie du

Mein Opa starb vor vier 4 Jahren im alter vom 66 an einem Herzinfarkt , also war es sehr unerwartet
Oh man die tränen kommen wieder.. Ich denke immer noch an ihm, an die Erinnerungen , an die Worte die er mir kurz vor seinem Tod gesagt hat, er sagte ich solle mich in der schule anstrengen damit ich eine ausbildung machen kann, weil es wichtig is!

Ich war in der Zeit nämlich sehr faul und schlusig...
ich habe dann eine ausbildung gemacht,die ich nicht leiden konnte , habe sie aber bis zum schluss durchgezogen weil ich etwas haben wollte! Und ich habe mich oft an die worte von meinem opa erinnert.

Reden hilft, weisst du was mich immer aufgebaut hat? Über die guten dinge, des vestorbenen zu reden, die guten eigenschaften, die dinge die sie im leben getan haben... das half mir...

Ich habe genauso so viel Angst vor dem Tod wie du , also das einer meiner Lieben etwas passieren oder krank werden könnte, alleine bei dem gedanke könnte ich weinen!

Ich verstehe dich da da sehr...aber die angst darf auch keine überhand gewinnen , denn wir leben nur im hier und jetzt ,als der der wir sind und müssen die zeit nutzen.

Ich wünsche dir alles gute ...Ganz liebe Grüße Pucki

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16. Februar 2012 um 13:42

Danke für eure lieben Worte!
Ihr seid echt ganz toll...wirklich. Und natürlich auch mein Beileid an euch alle, ihr seid ja auch selbst alle schon in solch einer oder sogar noch schlimmeren Situation gewesen.

Ich denke auch, das mir das alles im Moment so schwer fällt, weil ich sowieso schon vorher mit Verlustängsten zu kämpfen hatte.

Ich kann einfach nicht glauben, dass ich sie jetzt nie wiedersehe. Sie war einfach so cool. Ihre Enkelin arbeitet in einer richtigen Gothic-Kneipe und meine Großtante hat für die Weihnachtsfeier dort Kartoffelsalat gemacht und den sogar selber dorthin gebracht und mit den ganzen jungen Hüpfern dort gefeiert. Sie war einfach für jeden Spaß zu haben.

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16. Februar 2012 um 13:45


Hallo,

aber was macht man, wenn es im Moment keine guten Dinge über den Toten zu sagen hat.. oder hat alles bezweifelt wird.

Es geht darum, ein Cousin meines Freundes hat sich selbst das Leben genommen im Alter von 36 Jahren, zwei kleine Jungs (4 und 2,5 Jahre alt).

Momentan gibt es in der Familie nur das eine Thema: Warum?

Ich vermisse ihn irgendwie, obwohl ich ihn erst 4,5 Jahre kannte. Ich bin wütend auf ihn, dass er sich so davon geschlichen hat. Ich könnte , weil mir die kleinen so leid tun und auch seine Lebensgefährtin ( knappe 5 Jahre ein Paar) und die gesamte Familie.

Aber was soll man sagen?

Natürlich sind wir für alle da usw. und helfen auch mit den Kiddies. Doch ich will eigentlich nicht zu den Kiddies fahren, weil es so weh tut, wenn sie unterm Spielen erzählen, "Meine Papa ist leider schon gestorben". Das haut mich jedesmal um.

Mit wem soll ich den Reden? Mit seiner Familie? Die sind selbst so fertig. Meiner Familie: beschränkt, da sie einfach nicht die Lage verstehen, warum.

Mein Beileid wegen deiner Großtante. Es ist schwer einen geliebten Menschen zu verlieren, egal wie.

Erinner dich immer daran, du lebst nur im hier und jetzt und sollst das Jetzt genießen, bevor du in der Zukunft das bereust, was dir aus Angst entgangen ist oder du nicht so genießen konntest.

Alles Liebe

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