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Wie kann man junge Mütter besser über das Stillen informieren? -> ein Designprojekt für die Uni

17. Mai 2011 um 23:33

Hallo an alle Mütter, die die es bald werden oder alle die mir mit Erfahrungen und Informationen helfen möchten oder können !

Ich bin Studentin und arbeite im Moment an einem Uniprojekt zum Thema Säuglingsnahrung. Ganz besonders ist es mir wichtig, Müttern das Stillen näher zu bringen.
Denn durch meine Recherche-Ergebnisse bin ich sehr darüber erstaunt wie viele Nachteile Muttermilch-Ersatzprodukte doch haben. (nur ein kleines Beispiel:
bei Stiftung Warentest z.B. bekamen fast alle "Anfangsmilchprodukte" die Note mangelhaft aufgrund schädlicher Stoffe)

Meine Frage nun:
Wird in dem Bereich Stillen schon genug Aufklärungsarbeit getätigt? Gibt es etwas was ihr euch als Mütter gewünscht hättet in dem Bereich als Unterstützung? Wurdet ihr genug informiert durch Broschüren und Tipps? Kommt man als Mutter einfach an kostenloses Informationsmaterial oder fühlt man sich alleine gelassen?

Ich erhoffe mir durch diese Umfrage hier Anregungen zu bekommen, was man in dem Bereich Aufklärung und Informationsmaterial verbessern kann.
Ich habe auch schon mit Hebammen und Krankenhäusern gesprochen, aber wichtig war es mir zusätzlich die Mütter selbst als Ansprechpartner für Verbesserungen zu haben.
Ich bin selber keine Mutter und kann mich daher kaum in die Situation hineinversetzen in der man ist wenn man vor der Frage steht "stille ich oder nicht". Und was einem in genau dieser Frage und diesem Moment weiterhilft.

Also, was würdet ihr euch wünschen, in welchem Bereich besteht Verbesserungsbedarf in Bezug auf die Informationen und die Hilfe die Mütter bekommen.

Vielen Dank im Voraus für eure Antworten
Kathrin

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18. Mai 2011 um 19:05

Hallo kathrin
was ich sehr wichtig fände , wären verbesserungen beim stillstart.
mir persönlich war in der ss nicht klar, was für probleme das stillen am anfang machen kann. die hebamme im vorbereitungskurs hätte mmn noch besser aufklären können und ein gutes buch empfehlen können (z.b. "das stillbuch" von h. lothrop).
das nächste problem sehe ich in den krankenhäusern. mir ging es so, dass ich als stillanfängerin von vielen seiten verunsichert wurde. jede schwester hatte eine andere meinung zur stillhäufigkeit, zum zufüttern, zum pumpen usw. eine einzige kompetente hebamme oder noch besser stillberaterin hätte mich sicher besser begleiten können. das stillen lief zu hause erst besser, dank der lieben nachsorgehebamme.
aber selbst bei den hebammen halten sich häufig noch alte ammenmärchen (nur alle 2 stunden stillen, sonst gibts bauchschmerzen, einen rhythmus antrainieren, nicht zum einschlafen stillen usw.) ich finde es traurig, wie viele mütter vorzeitig das stillen aufgeben, nur weil sie falsch informiert wurden.
viele glauben, ihre milch reicht nicht oder ist plötzlich weg- dabei hat das kind einen wachstumsschub oder macht clusterfeeding. viele mütter glauben, dass sie mit flasche unabhängiger sind, was ich persönlich für quatsch halte.
ich finde nicht, dass den müttern der gedanke hilft- ich hab die wahl- stillen oder flasche. ich finde, mütter sollten stillen erstmal als das völlig normale betrachten, flaschenmilch sollte für babys sein, deren mütter nict stillen können (gesundheitlich, körperlich, ...) oder für babys, die z.b. durch frühgeburt oder krankheiten gehindert sind zu stillen.
dass in der werbung von h*pp immer babys zu sehen sind, die noch nicht mal krabbeln können, aber schon flasche bekommen ist ein hohn und dann wird auch noch am anfang gesagt "muttermilch ist das beste für ihr baby"
ich finde auch, dass viele kinderärzte mütter verunsichern. sie raten zu verfrühtem zufüttern, zum durchschlafetraining, zum zeitigen beikoststart. dabei sind diese kiä oft nicht wirklich informiert, sondern geben lediglich ihre persönliche meinung zum besten. damit werden viele mütter zum zeitigen abstillen gebracht, da sie z.b. angst haben, ihr kind zu verwöhnen, hungern zu lassen oder selbstständigkeit zu verhindern.

mir fallen noch tausende sachen ein- aber ich muss mich jetzt mal um meine kleine kümmern (die inzwischen abgestillt ist- allerdings 3,5 jahre gestillt hat

liebe grüße elisa

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23. Mai 2011 um 20:39

Prospekte
was ich ja geil finde so propekte hab ich erst im krankenhaus bekommen (wenn ich nicht stillen hätte wollen wärs ja zu spät gewesen) die musste man sich auch selbst nehmen niemand hat die einem gegeben die lagen da nur aus
ich persöhnlich wurde kein stück informiert
also wenn man die propekte iwann in der schwangerschaft mal bekommen würde wär das ne verbesserung

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24. Mai 2011 um 11:06

Abgesehen von Stillschwierigkeiten und Informationsmangel..
habe ich den Eindruck, dass das "Image" der stillenden Mutter einen häufig unterschätzten Einfluss hat.

Ich habe als stillende Mama, teilweise im Forum, in der Beobachtung anderer und vielleicht auch aus meiner Perspektive als studierende Kulturanthropologin folgende Erfahrung gemacht:

- Stillen wird als etwas sehr intimes betrachtet, das je nach Mensch Rührung auslöst oder Verlegenheit. Tatsächlich sind viele beim Anblick einer stillenden Mutter peinlich berührt, wissen nicht wie sie zu reagieren, wo sie hinzuschauen haben, einigen ist es unangenehm, das Wort "stillen" auszusprechen.

- Stillen wird stark mit Naturverbundenheit in Zusammenhang gebracht, hin und wieder kommen Assoziationen auf wie Öko/Bio-Mutti mit Tragetuch und unbehandelter Holzrassel im Reformhaus (überspitzt ausgedrückt)

-Stillen wird als Einschränkung wahrgenommen, etwas, das eine Hausfrau tut, die sich ganz ihrer Mutterrolle verschrieben hat und mollig und in praktischer Kluft (alte Joggingschuhe, Stretchhose, Stillshirt, abwaschbare Aldijacke) mit Kinderwagen und zig Wickelutensilien durch verschiedene Kinderläden schlendert, sich irgendwann schnaubend auf einem Sitzplatz niederlässt und wie selbstverständlich ihre Brüste auspackt und dabei in einem Babyratgeber schmökert (wieder stark übertrieben ausgedrückt um ein Bild auszudrücken was so ähnlich in vielen Köpfen verankert ist).

Dadurch, dass Stillen durch das Aufkommen von Baby-Frühnahrung heutzutage nicht als Selbstverständlichkeit sondern als Option erscheint, ist es einfacher gewordenden Weg zu gehen, der in der Öffentlichkeit weniger Blicke auf sich zieht und zu Berührungsängsten oder als peinlich empfundenen Situationen führt (was auch darauf zurückzuführen ist, dass Stillen heutzutage seltener zu beobachten ist als Babys mit Flasche) . Außerdem haben sich durch die zwei "Wahlmöglichkeiten" grob gesagt auch zwei Zielgruppen entwickelt, die vereinfacht so ausgedrückt werden können: "modern, unabhängig, aktiv, elegant, mit Flaschenbaby" vs. "häuslich, öko, alternativ, Gluckenmami, altbacken, Stillbaby".

Die Stillbroschüren/Ratgeber, welche wertvolle Tips enthalten, sind oft auch unmerklich auf das Kilichee ausgerichtet. Darin ist von "Natürlichkeit" die Rede, davon, dass es "das beste, wertvollste für das Baby" ist. Man sieht natürlich aussehenede Frauen, weiche Farben. Das ist alles sehr nachvollziehbar und spricht auch sehr viele Mütter an.

Bei einigen jedoch hat es den gleichen Effekt wie wenn man einem Kind Gemüse andrehen will mit den Worten es sei "natürlich und voller Vitamine". Das Kind rümpft dann die Nase und will lieber Pizza, würde aber das Gemüse essen, wenn es lustig in Gesichtsform angerichtet wäre. Was ich damit sagen möchte: So gut wie jede Mutter weiß, dass Stillen das beste für ihr Kind ist, das reicht aber manchmal nciht aus.

Daher meine Idee, die auf deine eigentliche Fragestellung zurückkommt: Ich bin der Meinung, dass Stillratgeber mehr Frauen vom Stillen überzeugen würden, wenn sie vielfältiger gestaltet wären und somit die verschiedensten Sorten Mütter ansprechen würden.

Still"werbung" und Ratgeber sollten auch junge, "hippe" Mütter zeigen, in selbstverständlichen sozialen Situationen, zB ne gemischte Runde Leute im Freibad/Eiscafe/Bar, lachend und jeder mit seinem Lieblingsgetränk (Mutter natürlich ohne Alkohol), Baby auch (also an Mamas Brust). Oder "Karrierefrau" im schicken Blazer, die sich morgens zuhause die Bluse aufknöpft um Milch abzupumpen und mit ihrem Mann scherzt während dieser schlaftrunken im Pyjama mit dem Babyphon in der Hand neben ihr steht (Botschaft: durchs Abpumpen kann man trotz Muttermilchfütterung flexibel sein und eine individuelle Rollenverteilung leben). Oder junge stylische Mama die entspannt in der Hängematte stillt und dabei in ner Zeitschrift blättert.

Weißt du worauf ich hinaus will? Dass man der Fläschchenwerbung etwas entgegesetzt, was über Information und die üblichen "Kuschelbilder" hinausgeht, nämlich positive und zeitgemäße Bilder von stillenden Müttern, mit denen sich die unterschiedlichsten Frauen identifizieren können, von der tätowierten Mittzwanzigerin, der sportlichen Enddreißigerin, der naturverbundenen Ökomama, der flippigen Hippiemama, der intellektuellen Mittdreißigerin, der lebenshungrigen Teeniemama bis zur tatkräftigen Mehrfachmama und Hausfrau. Mit kräftigen, frischen Farben.

Als Designstudentin kannst du doch sicher einen Weg finden, sowas ansprechend zu gestalten. So wird vielleicht das teilweise einseitige Bild der "typischen Stillmami" ein wenig aufgelockert. Ich jedenfalls würde das begrüßen

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26. Mai 2011 um 13:57

Lifestyle vs Stillen
Ich muss meinen Vorrednerinnen wirklich zustimmen. Ich kenne einige Mütter, die sagen, dass sie es nicht länger als 2 Wochen durchgehalten haben. Klar, denn erst nach 2-3Wochen hat es bei mir auch ohne Probleme geklappt. Mir hat zum Beispiel keiner gesagt, dass mein Kleiner anfangs mehr als eine Stunde braucht, weil er immer einschläft. Oder dass die Brust gerne auch mal unpassenderweise "ausläuft" bzw. die andere "mitmacht", wenn an einer gestillt wird. Und dass es auch so unschöne Dinge gibt wie Brustentzündung, wenn sie nicht richtig geleert wird.
Zudem wird auch immer irgendwie Panik verbreitet, dass man ja gar keine Kontrolle hat, wieviel das Baby trinkt und ob es genug bekommt. Mit Flasche wäre das ja viel besser.
Da ist aber nicht nur die Werbung schuld, ich muss mich zb. auch immer wieder vorallem gegen meine Großmütter durchsetzen. Neben der Kontrolle des Gewichts führen die auch gerne das Argument des Durchschlafens an. Und oft muss ich mir auch anhören, dass ich mein Kind verwöhne, wenn ich es zu oft anlege.Sowohl meine beiden Omas, als auch meine Schwiegeromas haben alle nicht lange gestillt. Erst hatte ich da auch die Nahrungsindustrie und die Werbung in Verdacht. Ich glaub, es war damals einfach Standart, die Babies mit Flasche zu füttern, genau wie den Rhythmus, den man schon den Kleinsten unbedingt angewöhnen muss...Meiner Meinung nach vollkommen weg von dem, was die Natur eigentlich vorgesehen hat. Ich hab aber auch irgendwo gelesen, dass die Muttermilch früher wohl schadstoffbelastet gewesen sein soll?!

Was mich aber am allermeisten ärgert sind die Mütter, denen ihr Aussehen oder ihre Laster wichtiger sind, als ihr Kind. So gibts ja das Gerücht, dass die Brust durchs Stillen eher "ausleiert" oder schlaff wird. Und natürlich kann man auch getrost weiter rauchen und Alkohol trinken, wenn das Kind künstliche Nahrung bekommt. Aber das aus den Köpfen zu bekommen bzw mehr Verantwortung in die Köpfe stell ich mir sehr schwer vor...

Material an sich habe ich übrigens durch Hebamme, Krankenhausbesichtigung und Geburtsvorbereitungskurs genug bekommen. Ein bisschen mehr "nackte Wahrheit" macht vielleicht Mut zum Weiterstillen trotz anfänglicher Probleme. Da weiß man dann schließlich auf was man sich einlässt

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23. Juni 2011 um 10:24

Informationen zum Stillen
Hallo Kathrin,
es gibt nun wirklich unzählige Informationen zum Thema Stillen, sei es in Form von Büchern, Broschüren, Internet etc. Damit wäre ja eigentlich eine gute Grundvoraussetzung fürs Stillen geschaffen. Leider ist es mit der Theorie in den Büchern nicht getan. Die meisten Frauen sind plötzlich überrascht, wie sich die Realität zu Beginn des Stillens gestaltet, z. B. die Stillhäufigkeit; anfangs kein "Stillrhythmus", lange Anlegezeiten; Babys die beim Stillen einschlafen oder andere Schwierigkeiten, die zu Beginn der Stillzeit auftreten können. Hier besteht meiner Meinung nach ein großer Aufklärungsbedarf dahingehend, dass alle diese Phänomene im Normbereich liegen und zu einem gelungenen Stillen in erster Linie viel Geduld und in manchen Fällen auch einfach Durchhaltevermögen gehört. Auch der wichtige Hinweis, dass ein schnellstmögliches Kontaktieren einer Stillberaterin eine große Hilfe sein kann.
Viele Grüße
Jula

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19. Juli 2011 um 19:58


wow das finde ich super
ich weiß nicht ob der thread noch aktuell ist aber ich möchte gerne etwas dazu schreiben

mein sohn kam 6 tage nach meinem 24 geburtstag zur welt
ich wollte erst nicht stillen weil ich so empfindliche brustwarzen habe/hatte aber stille nun doch voll!

richtig vorbereitet wurde ich nicht auch nicht im gvk! ich bin die erste die in meiner familie, schwiegerfamilie und freundeskreis stillt! daher wurde mir immer zur flasche geraten!

ich hatte mich für eine ambulante geburt entschieden und bis zum milcheinschuss (abend tag 3) klappte alles super!
dann musste ich aber wieder für 4 tage ins KH weil ich einen solch heftigen und schmerezhaften milchstau hatte das der kleine an der prallen brust gar nicht abtrinken konnte!

ich hatte das unglaubliche glück das die beste hebamme der welt uns entbunden und zur nachsorge betreut hat, das hat mir sehr geholfen und die netten engagierten stillberaterinnen im KH.

ich finde das man allen jungen werdenden mamis sagen sollte das stillen nicht weh tut! ich dachte es und während des milchstaus hatte ich auch heftige schmerzen aber heute spüre ich gar nichts mehr! es wird leichter
muttermilch ist das beste und diese nähe zum kind kann einem keine flasche mit der "besten fertigmilch" geben!
mein kleiner ist ein richtiger genießer, was anstrengend ist weil er eben langsam trinkt aber es gibt für mich nichts schöneres als ihm beim trinken zuzusehen!
ich bin auch so stoltz wenn ich immer sehe wie er zunimmt und weiß das "mein versienst" ist!

stillen ist

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14. August 2011 um 20:11


Entscheidend ist denke ich,dass auch Kinderärzte und co sich mehr Stillwissen aneignen und auch Hebammen,denn sie sind es doch,den uns in den ersten Zeiten nach der Geburt begleiten und uns unerfahrenen Mamas Tipps geben,auf die wir vertrauen.Leider kursieren da die wildesten Stillmärchen,die auch munter weitergetragen werden und eine junge Mama sicherlich verunsichern können.Ich denke ein gutes Stillbuch als Geschenk zur Geburt im Kh ist sinnvoller,als zig Produktpröbchen und Schnuller..Dank www bin ich sehr gut informiert und lasse mich auch nach über 1 Jahr stillen nicht mehr verunsichern.Blöde Werbung für Nahrung wie: "Nach dem stillen A***** etc!" tz,was heißt nach dem stillen?Normalerweise stille ich solange,bis keine Milch mehr gebraucht wird und dann brauche ich auch keinen Kunstkram mehr einführen..

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