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Wie mit Kindern über den Tod sprechen?

3. April 2017 um 23:42

Mich beschäftigt dieses Thema im Moment sehr. Es geht nicht darum wie man generell mit Kindern über den Tod spricht sondern leider um einen konkreten Fall.
Eine Freundin von mir (und Mutter eines Freundes von meinem Sohn) hat vor kurzem eine schlimme Diagnose bekommen und die Prognose ist ziemlich schlecht. Meine Kinder 4 und fast 2 kennen diese Freundin logischerweise und sprechen auch öfter mal von ihr.
Ich bin in letzter Zeit irgendwie total aufgeschmissen wenn es um das Thema geht. Abgesehen davon, dass es mir selber sehr zusetzt was da passiert: Wie soll ich denn jetzt vor den Kindern mit dem Thema umgehen?
Hat von euch jemand eine ähnliche Situation erlebt und vielleicht einen Tipp? 

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4. April 2017 um 7:06

Als michel in den himmel ging... das buch habe ich für meine sehr kleinen kinder geholt als der hund meiner Eltern starb. Sie haben immer immer wieder nachgefragt. In dem buch geht es zwar um eine katze, aber die geschichte ist ganz toll, knapp und bündig auf den punkt gebracht. Habe mich dann an der geschichte langgehangelt und so haben wir ganz sanft das thema tod besprochen. (2 und 3 jahre waren sie alt)
Vllt ist es ja was für euch

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4. April 2017 um 9:28

Wir hatten Samstag erst den Fall das die uroma gestorben ist.
wir haben mit den Mädels(3+5) bereits vorher drüber geredet das es der Oma nicht mehr gut geht und sie sterben wird(wohnte bei uns mit im Haus). Als es dann soweit war haben wir Ihnen das in Ruhe erklärt, das die uroma jetzt gestorben ist(Wörter wie 'eingeschlafen' oder 'weggegangen' haben wir bewusst nicht gewählt!) und im Himmel ist, so wie unsere Katze. Sie waren traurig, verständlich, aber haben es sehr gut aufgenommen. Sie durften sich dann auch noch von ihr verabschieden(hier fragte die Große dann warum die Uroma nicht atmet, wurde erklärt und ich denke sie hat es verstanden) zur Beerdigung werden sie aber nicht gehen, hat aber mehr damit zu tun das sie beide nicht lange still sitzen können. 
Sie benehmen sich ganz normal wie immer, daher würde ich sagen haben sie es gut aufgenommen.

Daher würde ich sagen: sei ehrlich! 

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4. April 2017 um 11:10

Wir haben es leider auch erst gerade erlebt. Meine Mama ist Ende Februar gestorben, mit gerade mal 51. Mein Sohn ist knapp 9, meine Tochter war da fast 5 und beide hatten ein sehr enges Verhältnis zur Oma, wir waren eigentlich jedes Wochenende 2 Tage dort. 
Als die Diagnose Mitte Januar kam (Leberkrebs, fast 5 Jahre nach dem sie erfolgreich gegen Brustkrebs gekämpft hatte), habe ich meinem Sohn vom Krebs erzählt und auch, dass es sein kann, dass Oma daran stirbt. Meiner Tochter sagten wir nur, dass sie schlimm krank sei. Als es ihr dann Ende Februar immer schlechter ging, fuhren wir zu ihr ins Krankenhaus und erzählten den Kindern auch, dass sie wohl bald sterben werde. Sie waren die ganze Zeit dabei, weinten mit uns, lenkten sich aber auch mit TV bzw. iPad, Spielplatzbesuchen etc ab. Sie sahen, wie sie erst noch ansprechbar war und dann einfach mehr und mehr schlief. Sie kamen auch mit zur Lichterandacht und Beerdigung. 
Im Nachhinein war es für uns so genau richtig. Gerade mein Sohn ist sehr sensibel, hat vor Tod, Unendlichkeit usw Angst. Seit er drei Jahre alt war, halten ihn die Gedanken über solche Themen oft vom Schlafen ab. Beiden Kinder geht es aber "gut" damit. Manchmal sind sie traurig und wir reden über Oma, dass sie immer in unserem Herzen sein wird und dass wir sie vermissen. Aber sie kommen weit besser damit klar, als ich befürchtet hatte.

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4. April 2017 um 13:20
In Antwort auf kathastrophex

Wir haben es leider auch erst gerade erlebt. Meine Mama ist Ende Februar gestorben, mit gerade mal 51. Mein Sohn ist knapp 9, meine Tochter war da fast 5 und beide hatten ein sehr enges Verhältnis zur Oma, wir waren eigentlich jedes Wochenende 2 Tage dort. 
Als die Diagnose Mitte Januar kam (Leberkrebs, fast 5 Jahre nach dem sie erfolgreich gegen Brustkrebs gekämpft hatte), habe ich meinem Sohn vom Krebs erzählt und auch, dass es sein kann, dass Oma daran stirbt. Meiner Tochter sagten wir nur, dass sie schlimm krank sei. Als es ihr dann Ende Februar immer schlechter ging, fuhren wir zu ihr ins Krankenhaus und erzählten den Kindern auch, dass sie wohl bald sterben werde. Sie waren die ganze Zeit dabei, weinten mit uns, lenkten sich aber auch mit TV bzw. iPad, Spielplatzbesuchen etc ab. Sie sahen, wie sie erst noch ansprechbar war und dann einfach mehr und mehr schlief. Sie kamen auch mit zur Lichterandacht und Beerdigung. 
Im Nachhinein war es für uns so genau richtig. Gerade mein Sohn ist sehr sensibel, hat vor Tod, Unendlichkeit usw Angst. Seit er drei Jahre alt war, halten ihn die Gedanken über solche Themen oft vom Schlafen ab. Beiden Kinder geht es aber "gut" damit. Manchmal sind sie traurig und wir reden über Oma, dass sie immer in unserem Herzen sein wird und dass wir sie vermissen. Aber sie kommen weit besser damit klar, als ich befürchtet hatte.

Danke für deine Antwort und mein Beileid!

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4. April 2017 um 13:23

Ja das habe ich auch. Ne tote Katze und so hatten wir auch schon aber das ist schon was anderes. Vor allem weil es die Mutter eines Freundes meines Sohnes ist. Da kommen halt schonmal Gedanken auf, die weniger abstrakt sind als der Tod im Allgemeinen.

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4. April 2017 um 13:32

mein sohn (6) fragt mich in letzter zeit auch viel über den tod, dieses thema interessiert ihn gerade.  woher wir kommen, was der tod ist, wohin wir gehen.
da meine oma ihm viel von meinem opa, der schon vor Jahren gestorben ist, erzählt.
und wir sprechen da ziemlich offen darüber und phantasieren gemeinsam darüber, wo die Menschen nach dem Tod sein könnten- sei es, dass sie alle bei Gott sitzen und da weiterleben, oder sich in Pflanzen und Tiere verwandeln, oder als neues Baby wiedergeboren werden oder wir ein Stern werden.
Eine zeitlang hat er geglaubt, dass mein Opa in den Wolken hockt und uns zuschaut- er konnte ihn auch manchmal sehen
 

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4. April 2017 um 13:37

Danke Knopfine! Ja, wir hatten eine Katze, die letztes Jahr gestorben ist und ich spreche mit den Kindern offen über den Tod. Es ist in diesem Fall aber einfach so schwierig weil die Betroffene auch noch eine Nachbarin ist und wir sie ständig treffen und es seit der Diagnose vor einigen Wochen schon rapide bergab geht. Ich merke, dass ich selbst noch total damit beschäftigt bin das für mich zu verarbeiten und der Ungang mit ihr ist natürlich auch nicht so einfach. Und dann noch die Kinder mittendrin.. 
Meinen Sohn beschäftigt das Thrma Tod und Sterben im Moment sowieso schon sehr und ich weiß manchmal nicht, ob ich ihm mit meiner Offenheit nicht schon zu viel zugemutet habe. 

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5. April 2017 um 18:12

Ich glaube auch , dass es für viele Erwachsene viel schwerer ist , über den Tod zu sprechen. Das Thema wird gerne verdrängt und über so Sachen, wir Vorsorgevollmacht will man gar nicht erst sprechen . Unsere Gesellschaft hat allgemein ein sehr verklemmtes Bild vom Tod. Das liegt sicher auch einfach daran, dass man nicht so oft unmittelbar mit dem Tod und Sterbenden zu tun hat und dadurch nicht gut damit umzugehen weiß. 
Ich finde, man sollte Kinder in dem Punkt nicht zu sehr in Watte packen. Als Kinder gehen sie ganz anders an das Thema heran, haben andere Vorstellungen und andere Arten der Trauer. Wann sollen sie es üben, wenn nicht als Kinder ? Behütet man sie vor dem Thema sterben, wie sollen sie einen Umgang lernen? Nur weil sie dann älter sind , ist es ja nicht weniger schmerzlich. 
Und es wird in ihrem Leben höchst warscheinlich auch mal ein noch näher stehender Mensch sterben (Urgroßeltern, Großeltern). Dann ist es hilfreich, wenn man schon ein wenig weiß, wie sich Trauer anfühlt. Was man tun kann und dass sich die Trauer mit der Zeit verändert. 
Man kann Kinder nicht vor allen schlechten Erfahrungen beschützen. Aber man kann bei Ihnen sein, damit sie damit umzugehen lernen. 
 

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