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Wochenbettdepression - abstillen? Ich brauche mal euren Rat.

31. Januar 2018 um 17:45

Hallo,

ich bin momentan in einer für mich echt schwierigen Situation. Unser drittes Kind kam am 02.10.17 auf die Welt und ist somit 4 Monate alt. Bisher hat (eigentlich) alles wunderbar geklappt. Ich habe die großen Kinder jeweils ca. 1 Jahr lang gestillt und auch mit dem Kleinen hat das Stillen - bis auf die üblichen Probleme, die ab und zu mal auftreten - super geklappt. Ich hab ihn angelegt, der MSR setzte nach ein paar Sekunden ein, der Kleine trank und war nach 5 Minuten mit beiden Seiten fertig. Tagsüber haben wir so alle 2h gestillt, nachts 1-2 Mal. Er nahm super zu (über 8kg). Nun...vor 2 Wochen fing es an, dass ich plötzlich nachts nicht mehr schlafen konnte. Ich hab es anfänglich auf Sport geschoben, weil ich da mit Schwimmen und Kraftraining (aber nur langsam) wieder angefangen habe. Dann am Wochenende bekam ich tagsüber Herzrasen, Schwindel, Durchfall, Magenschmerzen. Ich hab richtig Angst bekommen. Dann blieb bei der letzten Mahlzeit noch der Milchspendereflex aus und ich konnte wieder nicht schlafen. Dasselbe am Sonntagmorgen, da bin ich dann heulend zusammengebrochen. Also ab in die Notaufnahme, da ich mir ja auch Sorgen um den Kleinen machte. Er war zwar immer wieder an der Brust, aber ich spürte keinen MSR mehr und er nuckelte auch mehr als dass er schluckte. Dort im KH kam ein Psychiater und gab mir stillverträgliche Schlaf- und Beruhigungstabletten und meinte, ich hätte Depressionen. Nächsten Tag war ich bei der Gynäkologin, sie meinte, dass seien Wochenbettdepressionen. Meine Hebamme ist auch der Meinung. Ich fühle mich jedenfalls furchtbar und hab immer wieder solche Anfälle, wo mein Herz rast und ich Angst bekomme. Jetzt hab ich eine Überweisung für eine Psychotherapie wegen Verdacht auf Wochenbettdepressionen. Auf einen Termin warte ich noch. Und als ob das nicht schlimm genug wäre, ist das Stillen gerade eine echte Qual. Der MSR setzt sehr spät - teilweise erst nach 30 Minuten - ein, manchmal auch gar nicht. Mein Kleiner ist geduldig, da hab ich Glück, aber es kostet schon jedesmal Anstrengung, ihn solange an der Brust bei der Stange zu halten. Ich laufe mit ihm herum, lege mich mit ihm ins Bett, massiere meine Brust, versuche mich zu entspannen, abzulenken, vorher anzuwärmen usw. Ich habe alles probiert. Ich weiß, es ist Kopfsache und eigentlich liebe ich das Stillen mit ihm. Aber mir kommt immer öfter der Gedanke abzustillen, weil ich nicht weiß, wie lange ich das noch so aushalte. Jedes Stillen ist so anstrengend und selbst der Versuch, das alles gelassen zu sehen, strengt so an. Und dann noch die schlaflosen Nächte...

Ging es jemanden schon einmal ähnlich? Würdet ihr lieber durchhalten mit dem Stillen oder abstillen? Ich weiß, das kann mir keiner abnehmen, aber ich bin wirklich verzweifelt und kann überhaupt keinen klaren Gedanken mehr fassen.

Danke fürs "Zuhören".

LG Trini

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31. Januar 2018 um 20:22

Hallo. Erstmal fühl dich gedrückt, ich hatte bei meinem großen eine leichte Wochenbettdepression und kann vielleicht erahnen wie es dir geht. Bei mir war das umstellen auf Zwiemilch Teil der Lösung. Also abwechselnd stillen und Flasche mit Pre. Das hat mein Hormonchaos etwas beruhigt und ich habe mir damit Zeiten geschaffen in denen ich mal rauskonnte. Natürlich funktioniert das nicht mit jedem Kind, aber vielleicht ist es für euch auch eine Möglichkeit. Ich habe mich damals auch furchtbar gefühlt, eigentlich klappte das stillen gut, aber ich war nur noch fertig. Stillen ist nicht alles. Wichtiger ist dass du auf dich acht gibst, denn dein Kind leidet sonst ja mit dir. Ich wünsche dir alles Gute und dass du den für euch passenden Weg findest.

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31. Januar 2018 um 20:49

Danke für deine liebe Antwort. Von Flaschen hält er irgendwie gar nichts. Da kaut er auf dem Sauger rum und ich glaube, er würde nur aus einer Flasche trinken, wenn er keine andere Wahl hätte. Aber das wäre nur beim Abstillen der Fall. Bei den anderen beiden Kindern hatte ich nie so etwas, weder solche Stillprobleme noch eine Wochenbettdepression, wobei das Stillproblem ja sicher durch die Wochenbettdepression begründet ist.

 

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1. Februar 2018 um 9:48

Hallo trinity,
es ist doch super, dass du ihn schon 4 Monate voll stillen konntest. Ich finde es auch toll, wie erfahren du vom MSR schreiben kannst und dass du offensichtlich ein gutes Körpergefühl dafür hast. Aber du darfst dir auch keinen zu großen Druck aufbauen, dass du das nun weiter durchziehen musst, nur weil deine beiden anderen Kinder auch mehr Monate "bekommen" haben. Ich würde versuchen abzustillen, denn dann kann dein Körper sich hormonell wieder einpendeln und die Ängste, die schlaflosen Nächte haben ein Ende. Ich kann mir ein wenig vorstellen, wie es dir geht, denn ich hatte auch eine Wochenbettdepression einige Wochen nach der Geburt und hatte fürchterliche Ängste, wie man sich das im Normalzustand und bei normalen Verstand gar nicht vorstellen kann! Es ist einfach alles über mich drüber gerollt! (bei uns hat das Stillen aber nie ganz richtig geklappt, es war immer ein Kampf - und schließlich war es besser, dass ich es habe sein lassen). Du bist im Moment nicht "du selbst". Bei mir wurde alles besser, als der Druck raus war. Ich fands zwar auch sehr schade, aber wenn man nicht mehr richtig in der Lage ist, sich zu kümmern, und mit den Nerven völlig am Ende ist, hat es ja auch keinen Wert.
Für die Wochenbettdepression kannst du nichts. Das ist hormonell begründet und du brauchst kein schlechtes Gewissen haben!

Das mit dem nicht-das-Fläschchen-wollen ist natürlich das andere Problem... immerhin ist er ja schon nicht mehr ganz klein und bald kannst du mit Beikost beginnen.

Ich wünsche dir viel Kraft!!

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1. Februar 2018 um 19:52
In Antwort auf trinity404

Hallo,

ich bin momentan in einer für mich echt schwierigen Situation. Unser drittes Kind kam am 02.10.17 auf die Welt und ist somit 4 Monate alt. Bisher hat (eigentlich) alles wunderbar geklappt. Ich habe die großen Kinder jeweils ca. 1 Jahr lang gestillt und auch mit dem Kleinen hat das Stillen - bis auf die üblichen Probleme, die ab und zu mal auftreten - super geklappt. Ich hab ihn angelegt, der MSR setzte nach ein paar Sekunden ein, der Kleine trank und war nach 5 Minuten mit beiden Seiten fertig. Tagsüber haben wir so alle 2h gestillt, nachts 1-2 Mal. Er nahm super zu (über 8kg). Nun...vor 2 Wochen fing es an, dass ich plötzlich nachts nicht mehr schlafen konnte. Ich hab es anfänglich auf Sport geschoben, weil ich da mit Schwimmen und Kraftraining (aber nur langsam) wieder angefangen habe. Dann am Wochenende bekam ich tagsüber Herzrasen, Schwindel, Durchfall, Magenschmerzen. Ich hab richtig Angst bekommen. Dann blieb bei der letzten Mahlzeit noch der Milchspendereflex aus und ich konnte wieder nicht schlafen. Dasselbe am Sonntagmorgen, da bin ich dann heulend zusammengebrochen. Also ab in die Notaufnahme, da ich mir ja auch Sorgen um den Kleinen machte. Er war zwar immer wieder an der Brust, aber ich spürte keinen MSR mehr und er nuckelte auch mehr als dass er schluckte. Dort im KH kam ein Psychiater und gab mir stillverträgliche Schlaf- und Beruhigungstabletten und meinte, ich hätte Depressionen. Nächsten Tag war ich bei der Gynäkologin, sie meinte, dass seien Wochenbettdepressionen. Meine Hebamme ist auch der Meinung. Ich fühle mich jedenfalls furchtbar und hab immer wieder solche Anfälle, wo mein Herz rast und ich Angst bekomme. Jetzt hab ich eine Überweisung für eine Psychotherapie wegen Verdacht auf Wochenbettdepressionen. Auf einen Termin warte ich noch. Und als ob das nicht schlimm genug wäre, ist das Stillen gerade eine echte Qual. Der MSR setzt sehr spät - teilweise erst nach 30 Minuten - ein, manchmal auch gar nicht. Mein Kleiner ist geduldig, da hab ich Glück, aber es kostet schon jedesmal Anstrengung, ihn solange an der Brust bei der Stange zu halten. Ich laufe mit ihm herum, lege mich mit ihm ins Bett, massiere meine Brust, versuche mich zu entspannen, abzulenken, vorher anzuwärmen usw. Ich habe alles probiert. Ich weiß, es ist Kopfsache und eigentlich liebe ich das Stillen mit ihm. Aber mir kommt immer öfter der Gedanke abzustillen, weil ich nicht weiß, wie lange ich das noch so aushalte. Jedes Stillen ist so anstrengend und selbst der Versuch, das alles gelassen zu sehen, strengt so an. Und dann noch die schlaflosen Nächte...

Ging es jemanden schon einmal ähnlich? Würdet ihr lieber durchhalten mit dem Stillen oder abstillen? Ich weiß, das kann mir keiner abnehmen, aber ich bin wirklich verzweifelt und kann überhaupt keinen klaren Gedanken mehr fassen.

Danke fürs "Zuhören".

LG Trini

Hallo Trink,
ich kann dich gut verstehen. Ich hatte nach der Geburt so wenig Milch, dass ich meinen Sohn nicht mal annähernd satt bekam und das Gefühl, versagt zu haben, nagte wochenlang an mir. Ich habe 3 Wochen versucht zu stillen, hab ihn alle 2 Std angelegt, zwischendrin die Pumpe angelegt, bin sogar nachts aufgestanden um zu pumpen, obwohl ich den Schlaf so nötig gebraucht hätte... meine Hebamme erkannte zum Glück sofort, dass ich kurz vor einer Depression stand und sagte, ich soll es lassen, wenn es mir nicht gut ging. Hab es dann widerwillig aufgegeben und war plötzlich wieder viel zufriedener mit allem und das Gefühl, versagt zu haben, war auch schnell vorbei. 
Bitte hab kein schlechtes Gewissen, wenn du dein Baby mit der Flasche groß ziehst, es merkt wenn es dir nicht gut geht und leidet mit dir.
LG und ganz viel Kraft wünsche ich dir!

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1. Februar 2018 um 19:53
In Antwort auf mugel17

Hallo Trink,
ich kann dich gut verstehen. Ich hatte nach der Geburt so wenig Milch, dass ich meinen Sohn nicht mal annähernd satt bekam und das Gefühl, versagt zu haben, nagte wochenlang an mir. Ich habe 3 Wochen versucht zu stillen, hab ihn alle 2 Std angelegt, zwischendrin die Pumpe angelegt, bin sogar nachts aufgestanden um zu pumpen, obwohl ich den Schlaf so nötig gebraucht hätte... meine Hebamme erkannte zum Glück sofort, dass ich kurz vor einer Depression stand und sagte, ich soll es lassen, wenn es mir nicht gut ging. Hab es dann widerwillig aufgegeben und war plötzlich wieder viel zufriedener mit allem und das Gefühl, versagt zu haben, war auch schnell vorbei. 
Bitte hab kein schlechtes Gewissen, wenn du dein Baby mit der Flasche groß ziehst, es merkt wenn es dir nicht gut geht und leidet mit dir.
LG und ganz viel Kraft wünsche ich dir!

Hallo trinity sollte da eig stehen 😅😖 blöde Autokorrektur 

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