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Forum / Mein Baby

Wochenbettdepression - Angst vor dem Allein lassen... - sorry, lang

Letzte Nachricht: 10. Januar 2014 um 23:48
C
chau_12164621
10.01.14 um 17:44

Hallo zusammen...

ich hab lange überlegt, ob ich diesen Post unter meinem normalen Profil erstellen soll.
Dann hab ich mir aber gedacht, dass es keine Rolle spielt.

Mein Sohn ist jetzt 12 Tage alt und ich liebe ihn sehr! Nicht, dass das falsch verstanden wird, DAS ist nicht mein Problem!
Ich liebe mein Kind seit der ersten Sekunde, als ich ihn im Arm hielt und damit ist es vielleicht doch mein Problem: Ich liebe ihn ZU SEHR!
Und ich denke, aus dem anfänglichen Baby-Blues wächst gerade eine ordentliche Wochenbettdepression

Kurzzusammenfassung zu den Umständen:
Ich bin angehende Erzieherin (Berufsschule), verheiratet, 25 Jahre alt.
Ich muss meine Ausbildung ohne Unterbrechung (abgesehen von den 8 Wochen Mutterschutz) weiterführen, das erwartet meine Famile von mir, die mir im Nacken sitzt, mich unter Druck setzt und nur darauf wartet, dass ich scheitere.
Mein Sohn war nicht ganz geplant, aber von der ersten Sekunde an gewollt!
Weil ich aber schon so "alt" bin, muss ich eben weiter machen, ohne das Jahr Elternzeit, weil ich sonst alles wiederholen müsste, die Zeit bisher verloren gehen würde, meine Famile, etc...

Der Druck, der im Augenblick auf mir lastet, ist enorm!
Ich habe nur noch 58 Tage, bis ich mein Baby allein lassen muss
Die erste Zeit überbrücken mein Mann und ich damit, dass er Urlaub nimmt, ich mich zwischendurch immer mal den einen oder anderen tag "krankschreiben" lasse und ich dann Ferien habe. Danach muss der Kleine zu einer Tagesmutter. Er wird dann noch nicht einmal annähernd 5 Monate alt sein

Ich sehe mein Kind an und muss weinen, wenn ich daran denke, dass ich jeden einzelnen seiner Entwicklungsschritte verpassen werde. Ich werde nicht erleben, wie er das erste mal lächselt, ich werde nicht dabei sein, wenn er lernt, sich zu drehen oder zu krabbeln oder anfängt, zu brabbeln und schließlich zu sprechen.
Mein Baby wird 45 Stunden pro Woche bei einer fremden Person sein, die all das erleben darf und ich habe nicht einmal einen Menschen, mit dem ich darüber reden kann. Denn überall heißt es nur: "Du wusstest ja, was auf dich zukommt".

Jaaa, ich wusste, was auf mich zukommt, hatte die ganze Schwangerschaft über Zeit, um mich darauf seelisch vorzubereiten und alles genau zu planen.
Und ich war mir sicher, dass ich das schaffen würde.

Aber dann war plötzlich alles anders, an dem Tag, an deim mein Baby auf die Welt kam.
Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht in mich zusammen gesunken auf dem Sofa sitze und bitterlich weine, weil allein die Vorstellung, dass mein Kleiner nahezu ohne mich aufwachsen wird, mich einfach nur fertig macht! Es ist die Hölle!
Dann weint er viel, weil er Blähungen hat und ich bekomme es einfach nicht hin, ihn zu beruhigen, weil ich mich heillos überfordert fühle. Ich will für ihn da sein, habe aber auch Angst davor, denn bald werde nicht mehr ich es sein, die ihn tröstet, wenn er weint.
Und was wird er zu mir sagen, wenn er groß ist?
Mama, du hast mich im Stich gelassen, um die Erwartungen anderer Leute zu erfüllen??!!

Ich kann einfach nicht mehr!
Ich wünsche mir so sehr ein Wunder herbei. Dass es einen plötzlichen Vorwand gibt, der es mir ermöglicht, das Ausbildungsjahr zu wiederholen.
Dann hätte ich wenigstens bis zum neunten Lebensmonat meines Kleinen mit ihm.
9 Monate sind so viel mehr, als diese lächerlichen 8 Wochen... er ist so winzig und süß und es zerreißt mir das Herz, wenn ich daran denke, was auf mich/uns zukommt.

Und ich wünsche mir jemanden, der etwas Aufmunterndes sagt. Ich will kein Mitleid, aber es wäre schön, mal etwas anders zu hören, als "selber Schuld" und "du wolltest das ja so".
Jemand der mich mal in den Arm nimmt und sagt: "Ich weiß, wie hart das für dich ist. Ich kann dich verstehen. Aber du schaffst das!"

Es tut mir leid, dass das so lang geworden ist.
Aber es aufzuschreiben hat schon mal ein bisschen geholfen. Zumindest für eine Stunde oder so.
Und ich hoffe inständig, dass ich bald einen Weg finde, um mit dem umzugehen, was da auf mich zukommt.
Damit mein Sohn die Möglichkeit bekommt, mit einer Mutter aufzuwachsen, die zwar "weg" ist, aber dennoch eine gute und hoffentlich zufridendere Mutter ist, als im Augenblick.
Vielleicht gibt es ja sogar Mädels hier, die eine ähnliche Erfahrug schon einmal gemacht haben und etwas Nettes sagen könnten... Wäre schön

Liebe Grüße
Nadine & Sean (12 Tage alt)

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G
gemini_12258312
10.01.14 um 17:55

Hallo nadine...
...ich weiß nicht ob das wirklich eine Wochenbettdepression ist, denn unter den Umständen würde es mir ganz genauso gehen.
Ich kenne deine private Situation nicht, deshalb kann ich dir zu nichts raten, es so oder so zu machen, ihr werdet euch ja die Gedanken gemacht haben und wenn es anders möglich wäre, hättet ihr es anders geregelt.
Ich z.B. habe 2 Ausbildungen gemacht, dazwischen erfolglos studiert (also abgebrochen), sodass ich auch erst ein Jahr im Beruf stand als wir uns für ein Kind entschieden haben. Den Wunsch hatte ich schon in der zweiten Ausbildung, aber aus Vernunftgründen ging es zu dem Zeitpunkt nicht.
Bei dir es es aber jetzt passiert und ich finde es gut und wichtig, dass du deine Zukunft nicht "schmeißen" willst.
Aber ich kann dich soooo gut verstehen, meine Maus ist gerade mal 4 Wochen alt und wenn ich mir vorstelle, ich wäre in deiner Situation würde es mir auch das Herz zerreißen!
Du musst einfach wissen, dass du das ja für dein Kind tust!
Wenn du aber damit gar nicht klarkommst, dann höre auf dein Herz und bleib bei deinem Kind. Das wäre aber aus Vernunftgründen natürlich verwerflich.
Die Entscheidung kann dir leider niemand abnehmen.
Seh es so, du hast nicht so viel Zeit mit deinem Kind zusammen, aber die Zeit dir ihr habt könnt ihr ganz intensiv nutzen und du ebnest dir und deinem Schatz eine gute Zukunft!

Fühl dixh gedrückt

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T
torkel_12336642
10.01.14 um 17:55


Ich weiß nur zu gut wie du dich fühlst.
Mein baby war 12 TAGE alt, als ich mit meinem studium begann. Es ging nicht anders...
Auch ich wünsche mir oft, es wäre anders gewesen.
Schön langsam beginne ich, mich damit zu arrangieren und genieße einfach die seit mit ihn.

Versuch posotiv zu denken! Ich sage mir immer: ich mache es doch für mein kind! Um ihn später etwas bieten zu können.
Zeig deinem kind einfach immer wie sehr du es liebst.
Viel glück und kopf hoch

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A
amrita_11953350
10.01.14 um 21:33

Hallo Nadine
Erstmal, herzlichen Glückwunsch zu der Geburt eures Sohnes!

Ich kann dich total gut verstehen und deine Ängste kommen sehr deutlich rüber...Ich kann dir nichts aus eigener Erfahrung berichten. Aber weil du von deiner Familie schreibst...bist du von denen abhängig? Unterstützen sie dich in irgendeiner Form?

Wenn nicht, dann würde ich auf das Gerede wenig geben....Auch wenn du ein Jahr länger lernen würdest, na und? Es ist nur ein Jahr... aber DAS erste Jahr deines Sohnes.
Wenn du von deiner Familie abhängig bist, dann erkundige dich, ob du dich nicht davon lösen kannst. Informiere dich darüber, in welcher Form du Unterstützung bekommst, wieviel es ist....auch hier kannst du nachfragen, es gibt hier einige Frauen, die dir gerne helfen werden.

Würde dein Mann hinter dir stehen?

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jungemami2013
jungemami2013
10.01.14 um 23:48

Hallo Nadine!
Also... ich kann dich soooo gut verstehen Ist wirklich eine verzwickte Situation. Aber, ich denke egal wofür du dich entscheidest, das wichtigste ist doch das DU dich dabei wohlfühlst und es als richtig empfindest. Du wirst von deinem Umfeld unter Druck gesetzt, da kann das doch nur der falsche Weg sein...
Ich bin auch unverhofft schwanger geworden, mittem im Studium. Ich bin 22 und meine Familie war da auch nicht so begeistert davon, das ich mein Studium unterbreche und 2 Urlaubssemester einlege. Aber für mich war es die richtige Entscheidung, klar geht mir dann 1 Jahr für meine berufliche Zukunft "flöten", aber dafür habe ich das erste Jahr meiner Tochter "gewonnen".

Aber, auch wenn du das so durchziehst wie geschrieben - du wirst trotzdem eine wunderbare Mutter sein! Die Zeit die du vor oder nach der Arbeit mit deinem Sohn hast, wirst du umso mehr genießen können! Und auch dein Sohn wird die Zeit mit dir umso mehr genießen, da du dann ja nicht sein Alltag bist (man hört sich das scheiße an... ), dich hat er nicht rund um die Uhr da und somit wirst du sein besonderes Interesse wecken! Kleines Beispiel aus meinem Umfeld: mein Schwager ist sehr viel arbeiten und meine Nichte ist dadurch ein absolutes Papakind geworden. Sie genießt die Zeit mit ihm und der Bindung zwischen den beiden hat es nicht geschadet!

Egal welchen Weg du für euch wählst, du schaffst das und wirst ihm eine gute Mutter sein!!
Fühl dich gedrückt!

Liebe Grüße
Kerstin mit Paula (16 Wochen 3 Tage)

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