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"Zwischen den Stühlen stehen" - wie geht ihr damit um?

10. April 2017 um 10:31

Ich weiß nicht ob nur meine Familie eine Vollklatsche hat, aber so langsam bin ich echt genervt. Irgendwie kann im Moment (eigentlich schon seit Jahren...) keiner mit keinem. Ich kann/will mich da nicht auf eine Seite stellen, meiner Ansicht nach hat jeder der Beteiligten genug zur Situation beigetragen, keiner ist da das unschuldige Opfer, als das er sich so gerne präsentiert.
Nun war es in den letzten Jahren so, dass wir ein gutes Stück entfernt lebten und dementsprechend von Konflikten meistens nicht so betroffen waren. Das ändert sich nun, wir ziehen gerade (gezwungenermaßen) zurück in meine Heimat und eigentlich habe ich jetzt schon genug. Die Situation ist bei allen irgendwie doof, teilweise wohnt man wider Willen unter einem Dach/auf einem Hof, so lassen sich Konflikte natürlich auch nur bedingt vermeiden. Es gibt auch nicht zwei klare Gruppen, sondern quasi mehrere Splittergruppen die in unterschiedlichen Beziehungen zueinander stehen 
Gestern besuchten wir A und liefen dabei auch unweigerlich B über den Weg. B nahm mich beiseite, brach in Tränen aus, weil A wieder etwas gesagt hatte. Dazu eigentlich jedes Mal die Lästereien auf allen Seiten. Erklären/diskutieren/vermitteln habe ich aufgegeben, dazu sind die Positionen zu verhärtet. Inzwischen habe ich mein Verhalten auf Zuhören, Nicken und ggf. Trösten reduziert, dennoch versucht irgendwie jeder eine Beeinflussung...A ist zu dick, B hat es gewagt, As Kindern zuzuwinken, C hat ihre eigene Jacke aus Ds Zimmer genommen, ohne zu fragen, daraufhin will D C nur noch in meiner Anwesenheit ins Haus lassen usw.
Und da es ja noch nicht reicht, neigt mein eigener Mann auch noch sehr zum "Mitfiebern", regt sich über jeden blöden Spruch mit auf und lässt sich in Konflikte reinziehen, die nicht seine sind. Gleichzeitig versucht er zu vermitteln und drängt alle Seiten dazu, sich wieder zu vertragen  (was natürlich schon seit Jahren nicht klappt). Es ist soooo anstrengend. Für B muss ich nun wohl auch regelmäßig Dinge erledigen (Einkäufe, Bank, Arzt usw), die sie alleine nicht mehr schafft.
Wie schafft man es da, sich abzugrenzen, ohne Mauern zu bauen? Eigentlich mag ich jeden für sich, zu keinem möchte ich den Kontakt einschränken. Aber zur Zeit lässt sich nicht einmal ein Geburtstag feiern, ohne dass sich der eine Teil der Gäste in die Küche zurückzieht, während der andere im Esszimmer Kuchen isst, weil man es nicht schafft an einem Tisch zu sitzen. 

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10. April 2017 um 11:25

Auweia...abgrenzen schafft man da wohl nur mit: nur den nötigsten Kontakt pflegen. Wenn man aber quasi zusammen wohnt, dann ist das nicht wirklich machbar. 

Ich denke mal, dass es in fast jeder Familie immer mal wieder solche Situationen gibt...vielleicht nicht so extrem und verhärtet, aber das gibt es oft. 
Wenn ich mit meiner Familie unter einem Dach leben würde, dann gäbe es nur Mord und Totschlag. Mit der Familie von meinem Mann wäre es ähnlich. Ich verstehe mich mittlerweile mit meiner Schwägerin gut, aber mir reichen die 2 Familientreffen mit ihr für je 3 Tage im Jahr schon. Mehr muss wirklich nicht sein. Ich liebe auch meine Schwiegereltern sehr...meine Schwiegermutter und ich, wir sind uns sehr ähnlich und ein Herz und eine Seele, aber auf einem Hof möchte ich mit meinen Schwiegereltern auch nicht leben. Wir sehen uns 1-2x in 2 Wochen, schreiben fast täglich über WhatsApp oder telefonieren ab und zu, aber das reicht auch. Wir kriegen so schon genug von den Diskussionen meiner Schwiegereltern und den Streitigkeiten zwischen meiner Schwägerin und meiner Schwiegermutter mit, aber wir können uns abgrenzen, weil wir sagen, dass sie es untereinander klären sollen. Wir kriegen es aber nicht direkt mit und deswegen ist es da recht einfach sich abzugrenzen. 
Wenn man unter einem Dach wohnt ist das eher schwierig. Für mich wäre das nichts, weil ich eben genau diese Grüppchenbildung und dieses zwischen den Stühlen sitzen nicht mag.

Ich weiß gar nicht so wirklich was ich dir raten soll. Abgrenzen ist in der Situation schwierig und wenn du sagst, dass du dich da raushältst, dann kann das auch wieder gegen dich verwendet werden.
Am besten also nicken und versuchen gar nicht so wirklich zu erfassen, was man dir erzählt. Das ist auch schwierig, weil man das alles eigentlich nicht hören möchte und wenn dein Mann sich da auch noch anstacheln lässt, dann betrifft dich das auch noch direkt.

Ich wünsche dir gute Nerven und halte die Ohren steif. 

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